Interview: Mark Forster über seinen Einsatz als Lockvogel und was er jungen Musikern rät

Mark Forster ist ein echter Spaßvogel. Ganz in diesem Sinne spielt er am Samstag, 8. Dezember, in der Sendung „Verstehen Sie Spaß?“ (20.15 Uhr, Das Erste) einen groß angelegten Streich. „Ich hatte Bauchschmerzen vor Lachen“, verrät der erfolgreiche Musiker im Interview mit Steffi und Robert vom Wat Nu?-Team. Auch zum Thema Ausbildung und Zukunft hat Mark Forster ein paar Ratschläge parat. Denn auch er hat nicht den direkten Weg auf die großen Bühnen genommen.

Wat Nu?: Am 8. Dezember bist du in der Sendung „Verstehen Sie Spaß?“ zu sehen. Wie viel Spaß hat es denn gemacht, den Lockvogel zu spielen?

Mark Forster: Ich wurde ja auch selber schon mal verarscht. Aber den Lockvogel zu spielen, macht deutlich mehr Spaß. Teilweise hatte ich Bauchschmerzen vor Lachen. Ich bin auch verkleidet in die Szene rein. Das Ganze hat mehr Spaß gemacht, als es wahrscheinlich sollte. Zwischendurch ist aber schon mein Herz aufgetaut und ich habe ein schlechtes Gewissen bekommen.

Wat Nu?: Prankst du auch privat schon mal Leute?

Mark Forster: Natürlich gibt es bei uns in der Band auch schon mal gegenseitige Verarschen. Das ist ein Klassiker, wenn das letzte Konzert einer Tour ansteht, spielen wir uns Streiche. Aber natürlich nicht so aufwendig, wie bei „Verstehen Sie Spaß?“, wo mit einem riesigen Team und Special Effects gearbeitet wird wie bei einem richtigen Film.

Wat Nu?: Wurdest du selbst auch mal richtig übel reingelegt?

Mark Forster: Von „Verstehen Sie Spaß?“ vor zwei, drei Jahren vor einem Konzert in Österreich. Da wurde ich abgeholt und mir wurde eröffnet, dass das Konzert auf einer Müllhalde stattfindet und dass ich für ein bisschen mehr Gage Helene Fischer-Songs spielen soll. Das war schon sehr hart. Deswegen bin ich lieber auf der anderen Seite und verlade gerne Leute.

Wat Nu?: Wir kümmern uns vor allem um das Thema Zukunft. In deinem aktuellen Song „Einmal“ singst du, dass die Paragrafen nicht so dein Ding waren. Du bist also auch nicht ohne Zwischenstation Musiker geworden?

Mark Forster: Auf gar keinen Fall. Ich komme ja wirklich aus einem kleinen Dorf und ich konnte mir schon immer vorstellen, Musiker zu werden. Aber immer so einer, der eigene Songs schreibt, die dann im Radio laufen und der Konzerte spielt, zu denen mega viele Leute kommen. Ich wollte nicht Orchestermusiker oder Musiklehrer werden. Deshalb habe ich mir einen Studiengang ausgesucht, bei dem ich mich vermeintlich noch nicht so richtig entscheide. Das war dann Jura, da kam vor allem kein Mathe drin vor. Das habe ich erfolgreich abgebrochen und dann tatsächlich BWL studiert. Ich bin Master of Business Administration und habe für´s Fernsehen gearbeitet, war in diesem Dunstfeld der Medien und habe einfach immer weiter Musik gemacht.

Wat Nu?: Viele junge Leute, die Musik oder irgendeine andere Kunst lieben, haben Angst, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Die machen dann sicherheitshalber etwas Bodenständiges. Was rätst du diesen Leuten?

Mark Forster: Wenn mich jemand fragt, der gerne Musiker oder Liederschreiber werden will, dann ist meine Antwort immer: Dann musst du einfach Musik machen und Lieder schreiben. Man wird nach und nach besser und irgendwann fangen Leute an, sich dafür zu interessieren. Etwas Bodenständiges zu machen, schadet eigentlich nie. Die Systematik zum Beispiel, die ich im Studium gelernt habe, wie man so ein Projekt angeht, das hat schon öfter mal geholfen. Jede Art von Studium oder Ausbildung kann helfen, sich vorzubereiten.

Wat Nu?: Einen Plan B sollte man also trotzdem haben?

Mark Forster: Ja klar. Wenn wir mal ehrlich sind, wenn man anfängt mit seiner Karriere, hat man ja auch Zeit. Du machst ja nicht 24/7 Musik. Du kannst ja Musik machen und dich verbessern und wenn du irgendwann keine Zeit mehr hast, dann ist das halt so. Aber vorher ist durchaus Zeit, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Das ist auch für die Songs und Kunst wichtig.

Wat Nu?: Wie sahen denn deine ersten musikalischen Schritte aus?

Mark Forster: Klassisches Schulbild. Die allerersten Schritte waren beim Klavierunterricht, wo ich statt zu üben, rumgeklimpert und mir eigene Melodien überlegt habe. Mit 15 oder 16 haben wir die erste Schulband gegründet, uns einen Proberaum eingerichtet und jeden Tag geprobt.Ich habe mir immer Leute gesucht, mit denen ich Musik machen kann, die vielleicht andere Instrumente spielen als ich.

Wat Nu?: Dein neues Album heißt „Liebe“. Wie viel Liebe steckt denn da drin?

Mark Forster: Für mich ist der Albumtitel eine Überschrift über die letzten zweieinhalb Jahre, in denen es entstanden ist. Das Album ist kein Romantik-Album, wo es nur um die Liebe zwischen Mann und Frau geht. Es geht um die Liebe zu meiner Vergangenheit, zu meiner Zukunft, zu meiner Biografie und natürlich zu den Menschen ganz nah um mich herum. Das ist für mich in den letzten zweieinhalb Jahren das große Thema gewesen. Mich selber wieder zu finden in diesem Beruf. Wenn man einen Traumberuf hat, ist die große Gefahr, dass man mit dem Kopf  nur noch dort ist und viele Dinge vernachlässigt. Das habe ich geändert. Das Album beschreibt ein bisschen den Weg zurück zu mir selbst.

Bild: SWR/Alexander Kluge