So klappt es mit der ersten eigenen Wohnung
Das Gefühl, endlich auf den eigenen Beinen zu stehen, klingt verlockend. Nach dem Schulabschluss beginnt für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt – und oft der Wunschnach mehr Selbstständigkeit, neuen Freiheiten und auch nach einer eigenen Wohnung.
Der Schritt raus aus dem Elternhaus bringt aber viele Fragen mit
sich: Welche günstigen Wohnmöglichkeiten gibt es überhaupt? Und
welche finanziellen Hilfen stehen mir nach der Schule zu?
Welche Möglichkeiten gibt es?
Je nach Lebenssituation gibt es unterschiedliche Arten, nach der
Schule zu wohnen:
Wohngemeinschaften (WG)
Eine sehr beliebte Option bei Studierenden und Azubis:
Die Bewohner teilen sich die Miete und Nebenkosten, aber auch Kosten wie fürs Internet oder Rundfunkbeiträge (GEZ) können geteilt werden. Ein weiterer Vorteil: WGs sind häufig ideal, um neue Leute in einer fremden Stadt kennenzulernen.
Wohnheime (Studierenden- oder Azubiwohnheim)
Wohnheime bieten kleine Zimmer oder Apartments zu vergleichsweise niedrigen Mieten. Die Nachfrage ist hoch – frühes Bewerben lohnt sich! Wartezeiten können über ein Jahr dauern. Für Auszubildende gibt es in manchen Städten spezielle Angebote.
Bei Studierenden hilft es, sich beim Studierendenwerk der jeweiligen Stadt über Wohnangebote zu informieren.
Eigene Wohnung
Für einige ist das der große Traum – aber es ist auch die teuerste Variante. Neben der Miete fallen eine Kaution, Nebenkosten, Kosten für Strom und Internet und Kosten für
Möbel an. Ohne festes Einkommen oder finanzielle Unterstützung kann es schwierig werden. Viele Vermieter wollen zur Sicherheit mit dem Mietvertrag eine Bürgschaft der Eltern.
Wie findet man bezahlbare Wohnungen?
Günstige Wohnräume sind knapp, aber mit etwas Geduld zu finden.
Diese Tipps helfen Dir dabei:
• Online-Portale: z.B. WG-Gesucht, ImmobilienScout24 oder Kleinanzeigen
• Soziale Medien: z.B. lokale Facebook-Gruppen oder Chats
• Nachfragen: z.B. bei Freunden, Familie und Bekannten – durch Kontakte findest Du meist schneller und unbürokratischer etwas
• Zeitungsanzeigen: Tipp: Je früher Du suchst, desto besser.
Welche finanziellen Hilfen und Unterstützungen gibt es?
Selbstständig die Wohnkosten zu stemmen, kann schnell teuer werden und schnell zur Belastung werden, doch der Staat unterstützt Dich dabei.
• Kindergeld
Grundsätzlich wird das Kindergeld bis zu Deinem 18. Geburtstag gezahlt. Aber auch danach kann es weitergezahlt werden: Wenn Du eine Ausbildung machst, studierst oder einen Freiwilligendienst wie FSJ, FÖJ oder den Bundesfreiwilligendienst absolvierst, hast Du in
der Regel bis zu Deinem 25. Geburtstag Anspruch auf Kindergeld. Wichtig ist, dass ab Deinem 18. Geburtstag entsprechende Nachweise bei der Familienkasse eingereicht
werden, damit das Kindergeld weiterläuft.
• Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
BAföG unterstützt Dich finanziell, wenn Du zur Schule gehst oder studierst. Es gibt Schüler-BAföG und Studierenden-BAföG. Wie viel Geld Du bekommst, hängt vom Einkommen Deiner Eltern, Deinem eigenen Einkommen und davon ab, ob Du bei Deinen Eltern wohnst oder ausgezogen bist. Beim Studierenden-BAföG besteht die Hälfte aus einem Zuschuss, den Du nicht zurückzahlen musst, und die andere Hälfte aus einem zinsfreien Darlehen.
Zurückzahlen musst Du erst nach dem Studium – und das auch nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag. Den Antrag stellst Du online über BAföG Digital.
Wichtig: Je früher Du ihn einreichst, desto besser, denn die Bearbeitung kann einige Wochen dauern. Ob Du BAföG bekommst und wie hoch Dein Anspruch wäre, kannst Du bei diesem BAföGRechner ermitteln: https://www.bafoeg-digital.de/page.xhtml?view=/BAFOEG/rechner-info.xhtml
• Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
Wenn Du eine Ausbildung machst und nicht bei Deinen Eltern wohnen kannst, kannst Du BAB beantragen. Die Unterstützung hilft Dir, Miete und Lebenshaltungskosten zu bezahlen,
wenn Deine Ausbildungsvergütung nicht ausreicht. Wie viel Du bekommst, hängt von Deinem Einkommen, Deiner Miete und dem Einkommen Deiner Eltern ab. Den Antrag
stellst Du bei der Agentur für Arbeit. Wenn Du wissen möchtest, ob Du berechtigt
für diese Art von Unterstützung bist, kannst Du gerne den BAB-Rechner von der
Arbeitsagentur nutzen: www.babrechner.arbeitsagentur.de.
• Wohngeld
Hast Du keinen Anspruch auf BAföG oder BAB und verdienst nur wenig, kannst Du Wohngeld beantragen. Es ist ein Zuschuss zur Miete und muss nicht zurückgezahlt werden. Ob und wie viel Du bekommst, hängt unter anderem von Deinem Einkommen und
Deiner Miete ab.
Nach allem, was Du über Wohnungen, Finanzierung und Hilfen wie BAföG, BAB oder Kindergeld gelesen hast, wird klar: Ausziehen nach der Schule ist ein großer Schritt – aber machbar. Für Dich heißt das mehr Freiheit, aber auch Verantwortung. Wenn Du
rechtzeitig nach einer Wohnung suchst und Deine Finanzen im Blick behältst, klappt der Start ins eigene Leben gut.
Wichtig ist: Lass Dich nicht unter Druck setzen. Du musst nicht sofort nach Deinem Abschluss ausziehen – auch ein späterer Auszug kann genau richtig für Dich sein.
Wat Nu? wünscht Dir in jedem Fall einen erfolgreichen Start für Deinen neuen Lebensabschnitt!
verfasst von Chaymae Frifra/ Duale Studentin