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Mögliche Absagen

Als sei das Jahr 2021 und die mit der Pandemie verbundenen Einschränkungen nicht schon nervenaufreibend genug, beginnt für Dich auch der Ernst des Lebens: die Bewerbungsphase.

Du hast Dir alle Mühe gegeben, viel Zeit und Arbeit in Deine Bewerbung investiert und vielleicht sogar schon ein Vorstellungsgespräch mit einem guten Gefühl verlassen? Auf eine lange Wartezeit folgt Enttäuschung: ein nichtssagender Dreizeiler mit der Bewerbungsabsage. Richtig belastend wird es dann, wenn es nur so vor Bewerbungsabsagen prasselt, verzweifeln solltest Du daran aber nicht.

Hier erfährst Du, wie Du optimal auf eine Absage reagierst und sie als Chance betrachten kannst.

Absagen ohne Begründung sind Standard
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie Dich ein Unternehmen wissen lässt, dass Du nicht für die Stelle infrage kommst. Einige Betriebe melden sich nicht, wenige teilen es telefonisch mit, die meisten Unternehmen greifen zum Anschreiben.

Unternehmen müssen Dir keine Begründung nennen, warum Deine Bewerbung abgelehnt wurde. Die meisten tun das auch nicht, da es bei einer hohen Bewerberanzahl einen hohen Mehraufwand bedeuten würde. Unternehmen formulieren Absagen deshalb oft bewusst neutral. Daher wirst Du fast immer eine Bewerbungsabsage ohne Begründung erhalten.

Falls Du aber unbedingt den Grund wissen möchtest, um Deine vorhandenen Zweifel abzulegen, ruf im Unternehmen an. Allerdings musst Du Dir im Klaren sein, dass Du möglicherweise keine, oder eine ausweichende Antwort erhältst.

Fragen, die Du stellen könntest:
• Was kann Ich das nächste Mal besser machen?
• Welche Eigenschaften hat man sich von mir gewünscht?

Grundlegend ist es gut, herauszufinden, warum Du abgelehnt worden bist.

Tipps für die Fehlersuche:

1. die Absage kam gleich kurz nach dem Zusenden der Bewerbungsunterlagen
Wenn die Absage innerhalb eines Tages kommt, solltest Du Dir Deine Unterlagen noch einmal genau vornehmen. Auch die Stellenbeschreibung solltest Du nochmal aufmerksam lesen, denn bei dieser Bewerbung könnte etwas Grundlegendes nicht gestimmt haben!

2. die Absage kam längere Zeit nach Zusenden der Bewerbung
Hier warst Du wahrscheinlich schon mal in der weiteren Auswahl, kamst jedoch nicht ins Vorstellungsgespräch. Das können Kleinigkeiten gewesen sein. Nur kann es genauso gut sein, dass sehr viele Bewerbungen eingegangen sind und es eben etwas länger gedauert hat, bis Deine Unterlagen in Angriff genommen wurden. Du kannst Deine komplette Bewerbungsmappe inklusive Deines Lebenslaufs mit denen vergleichen, bei denen Du zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden bist. Vielleicht fällt Dir etwas auf, was Du dort anders gemacht hast.

3. die Absage kam nach dem Bewerbungsgespräch
Gerade eine Absage nach einem Vorstellungsgespräch kann ein besonders schwerer Rückschlag sein. Aber sie ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.
Zunächst der schwache Trost: Ein Bewerbungsgespräch besagt immer, dass Du mit Deiner Bewerbungsmappe überzeugt hast, sonst wärst Du nicht zum persönlichen Gespräch eingeladen worden. Was kannst Du nun aber tun, um beim nächsten Mal keine Absage zu erhalten? Versuche hier reflektiert und selbstkritisch das Gespräch Revue passieren zu lassen.

Wenn die Selbstzweifel steigen
„Bin ich vielleicht doch nicht so kompetent, wie ich dachte?“
„Was hat er oder sie, was ich nicht habe?“
Fragen, die man sich vielleicht stellt, wenn man eine ernüchternde Absage nach einer aufwändigen Bewerbung erhält.

Der wichtigste Punkt dabei lautet: Nimm eine Absage niemals persönlich! Du wirst dabei nicht als Person abgelehnt, vielleicht warst Du der/die zweitbeste Bewerber/-in, passt nicht zum Unternehmen oder (bei einer Initiativbewerbung) das Unternehmen hat gerade keine Stelle ausgeschrieben.

Zielführend ist es in dem Fall, nach den Gründen zu suchen, die zu einer Absage geführt haben können, denn jede Absage ist eine Möglichkeit sich zu verbessern.

Blitzanalyse:
– Zeigt das Bewerbungsschreiben deutlich Deine Motivation und Persönlichkeit?
– Ist das Anschreiben originell (kein Standardtext)?
– Ist der Lebenslauf aktuell, lückenlos und selbsterklärend? (roter Faden Deines Werdegangs)
– Das Bewerbungsfoto ist professionell und sympathisch?
– Sind alle Muss-Qualifikationen, Erfahrungen und Soft Skills enthalten?                      – Passen alle Unterlagen im Stil zusammen?
– Keine Anlagen vergessen und nicht überfrachtet?
– Hast Du alle Unterlagen unterschrieben?
– Stimmen die Formate, Schriftgrößen sowie Rechtschreibung und Grammatik (Korrekturlesen lassen!)?
– Sind alle Bewerbungsunterlagen auf die richtige Position und Stellenanzeige optimiert?
– Hast Du alle Bewerbungsfristen eingehalten?

Natürlich solltest Du Dir bewusst sein, dass auch unvollständige oder schmutzige Bewerbungsunterlagen oder fehlende Qualifikationen zu einer Absage führen können.

Wie mache ich nun weiter? – Nur nicht den Mut verlieren!
Eine Absage ist kein Weltuntergang. Wie Du siehst, gibt es viele Gründe für eine Absage, versuche daraus für Deine nächste Bewerbung zu lernen.

Gegen den Frust hilft der Gedanke, dass diese Stelle einfach noch nicht die richtige war, das Wichtigste an Deiner Situation ist weiterzumachen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:
– Absagen gehören zum Berufsleben dazu und man kann lernen, damit umzugehen und sie als nächstmögliche Chance zu sehen.
– Du darfst eine Absage niemals persönlich nehmen: Sie ist keine Ablehnung Deiner Person!
– Wenn Du unbedingt einen Grund wissen möchtest: Bitte um Feedback. Erwarte aber nicht, dass der Arbeitgeber seine Meinung ändert!
– Bleibe immer höflich, freundlich und professionell.
– Unterziehe Deine Unterlagen nach jeder Absage einem gründlichen Check.
– Wähle die Stellenangebote gezielter aus, um Absagen zu reduzieren.
– Lass Dich niemals entmutigen: Schon die nächste Bewerbung kann Erfolg haben!

 

redaktioneller Artikel: von Pia-Joan Gippert

Bild: Adobe Stock ©nicoletaionescu